10 Jahre Dianiño

Januar 2015 10 Jahre Dianino

Kinderstiftung Dianiño feiert 10-jähriges Jubiläum

Unermüdlicher Einsatz für diabeteskranke Kinder in Not 

 

Tuttlingen, Januar 2015 - Dem persönlichen Engagement von Ingrid Binder ist es zu verdanken, dass sich die Versorgung von an Diabetes erkrankten Kindern und deren Familien in den letzten zehn Jahren erheblich verbessert hat. Seit der Gründung der Kinderstiftung Dianiño 2004 hat Ingrid Binder deutschlandweit ein beachtliches Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern aufgebaut und unermüdlich Spendengelder gesammelt. Die Einrichtung ist in dieser Form weltweit einmalig. 292 Dianiño-Nannis sind heute mit Herzblut dabei, erkrankten Kindern und Familien in Extremsituationen zu helfen.  Die meisten Dianiño-Nannies sind Kinderkrankenschwestern, die dieses Ehrenamt in ihrer freien Zeit mit viel Engagement machen. Aber auch selbst betroffene Mütter unterstützen Dianiño tatkräftig, da sie  mit der Problematik eines zuckerkranken Kindes bestens vertraut sind.

 

Die Dianiño-Nannies gehen in die Familien, geben Hilfestellung und sind Seelentröster, wenn das Limit an Belastbarkeit überschritten ist. 3.500 Hilfseinsätze wurden seit der Gründung von der Stiftung finanziert und gemanagt. Mittlerweile arbeitet die Stiftung mit 130 Kinderkliniken zusammen. In enger Absprache mit dem betreuenden Kinderarzt wird das erkrankte Kind medizinisch versorgt und moralisch unterstützt, wenn die Eltern den neuen Umständen nicht gewachsen sind. Jeden Tag erreichen verzweifelte Hilferufe von Eltern, Ärzten, Kindergärten, Jugendämtern und Schulen die Hotline der Stiftung. Meist sind sofortige Maßnahmen erforderlich.  „Wir haben den großen Vorteil, dass wir extrem schnell und unbürokratisch Unterstützung leisten können. Uns liegt es sehr daran, dass jeder der unsere Dienste benötigt, die notwendige Hilfe erhält“, betont die Gründerin. Das bedeutet aber auch, neben dem Koordinieren und Betreuen, die Stiftung wirtschaftlich abzusichern.

 

Die Stiftung wird zu 100% aus Spenden finanziert. Da heißt,  immer aufs Neue Menschen von der Notwendigkeit der Dianiño Hilfsprojekte zu überzeugen. Die „Konkurrenz“ ist groß. Viele soziale Projekte sind auf der Suche nach Spendengeldern. Für Ingrid Binder ein kräftezehrender Akt, sich gegen die großen Organisationen zu behaupten. Trotz allem bleibt sie hartnäckig am Ball und setzt sich Jahr für Jahr dafür ein, ihre Mitmenschen auf die Probleme bei Kinderdiabetes  aufmerksam zu machen und von der Notwendigkeit der Spenden zu überzeugen. Meist gelingt ihr das. Doch gegen Jahresende steigt jedes Mal die Anspannung, ob die gesammelten Gelder auch dieses Mal für alle bedürftigen Kinder und Familien ausreichen.

 

Diabetes oder auch Zuckerkrankheit ist den meisten Menschen vom Namen her geläufig. Meist handelt es sich dabei aber um das Wissen des Altersdiabetes.  Jedoch vom unheilbaren Kinderdiabetes und den einschneidenden Belastungen der Familien nach der schwerwiegenden Diagnose dringt wenig in die Öffentlichkeit.

 

Erkrankt ein Kind an Diabetes, versagt die körpereigene Insulinproduktion. Diese Stoffwechselkrankheit ist irreparabel und das lebensnotwendige Insulin muss bis zu acht Mal am Tag über eine Spritze zugeführt werden. Die Dosis des Insulins wird vor jeder Zuführung anhand des Blutwertes ermittelt. Das heißt, das Kind muss bis zu 16 Einstiche jeden Tag über sich ergehen lassen. Gleichzeitig muss die Ernährung exakt auf den Blutzuckerhaushalt abgestimmt werden und schränkt das Kind in seiner Freiheit ein.

 

Die Diagnose ist ein gravierender Eingriff in den Alltag einer Familie. Viele sind dieser Verantwortung nicht gewachsen. Vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien werden oftmals nicht ausreichend versorgt, weil das Umfeld überfordert ist. Die öffentlichen Mittel, um dieses soziale Defizit aufzufangen, sind leider sehr begrenzt. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Stiftung würde eine große Versorgungslücke entstehen.

 

Die Zahl an Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Für Ingrid Binder mit ein Grund, das Netz an Helfern in den nächsten Jahren weiter auszulegen. „Ich muss leider feststellen, dass nicht nur die Anzahl an Neuerkrankungen permanent steigt, sondern auch die neu erkrankten Kinder immer jünger werden.  Waren die Kinder zu unseren Anfängen durchschnittlich sieben Jahre alt beim Ausbruch der Krankheit, so sind sie heutzutage oft zwei Jahre alt und jünger, wenn der Diabetes Typ 1 neu diagnostiziert wird.“ Ingrid Binder liegt besonders das Wohl der vereinsamten, alleine gelassenen Kinder am Herzen, die aus sozial schwachen oder schwierigen Verhältnissen kommen. Sie sind es, denen sie in Zukunft besondere Aufmerksamkeit widmen möchte und durch verstärkten Einsatz versuchen wird, das Leid dieser Kinder zu mildern.

 

Das Jahr 2015 startet Ingrid Binder mit dem Wunsch, für das Thema mehr Gehör zu finden, um eine höhere Sensibilität für die Schwere der Krankheit und ihre Folgen zu schaffen. Moralische Unterstützung findet die Stiftung durch Schirmherr Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen Amts. Seine Grußworte zum 10-jährigen Jubiläum von Dianiño lauten: „Ich erlaube mir, meinen Geburtstagsgruß mit einer Bitte zu verbinden: Dass Sie nicht nachlassen mögen in Ihrem Einsatz, und dass die ersten 10 Jahre nur der Anfang einer Erfolgsgeschichte waren, von der auch in Zukunft noch viele Kinder und Familien profitieren können!“ Auch die Firma BINDER ist seit vielen Jahren fester Sponsoring-Partner der Stiftung Dianiño. Alljährlich zur Weihnachtszeit fließt deshalb, anstelle von Weihnachtsgeschenken und Weihnachtskarten, ein vierstelliger Betrag in die Stiftung.

Sind Sie an weiteren Informationen über Dianiño interessiert, finden Sie unter www.stiftung-dianino.de nähere Details.

Dianino Stiftung - Kind sein. Trotz Diabetes.