BINDER Innovationspreis wurde 2011 an Prof. Dr. Christian Behl vergeben

März 2017 Prof. Dr. Christian Behl

Das Forschungsprojekt von Prof. Behl befasst sich mit Pathomechanismen neurodegenerativer Erkrankungen, wie z.B. der Alzheimer und Parkinson

 

Der BINDER Innovationspreis wird seit 1998 jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) an Wissenschaftler auf dem Gebiet der zellbiologischen Grundlagenforschung verliehen. Der mit 4.000 Euro dotierte Preis wird von BINDER gestiftet und im Rahmen der jährlichen DGZ Spring-Meetings verliehen.

 

Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, erhielt 2011 den BINDER Innovationspreis für sein Forschungsprojekt zu Pathomechanismen neurodegenerativer Erkrankungen, wie z.B. der Alzheimer- und Parkinsonerkrankung. Der Forschungsarbeit lag die Überzeugung zu Grunde, dass die Pathomechanismen neurodegenerativer Erkrankungen, deren Haupt-Risikofaktor das Altern ist, nur aufgeklärt werden können, wenn der Unterschied zwischen jungen und alten Zellen – genauer: ihre biochemischen und molekularen Prozesse – verstanden werden. Beim Vergleich junger und gealterter Fibroblasten und Nervenzellen hinsichtlich der Proteinhomöostase, fand das Forschungsteam beim Proteinabbau ein Umschalten vom Proteasom-System zur Autophagie. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde später ein neuer Makroautophagieweg erstmals beschrieben.

Der Ansatz dieser Forschungsarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einem generellen Konzept gefestigt. Biochemie der Alterung wird vielerorts untersucht, um letztendlich Therapien für altersassoziierte Erkrankungen entwickeln zu können. In Prof. Behls Labor wurde der Ansatz auf andere Moleküle erweitert und o.g. Autophagieweg, die sog. BAG3-vermittelte selektive Makroautophagie, im Detail untersucht.

 

In den letzten Jahren konzentrierte sich Prof. Behl u.a. auf die Beteiligung am ersten Sonderforschungsbereich in Deutschland, der sich mit der selektiven Autophagie befasst, dessen Vize-Sprecher er ist.Als besondere Erfolge seiner beruflichen Laufbahn insgesamt hebt Prof. Behl die Aufklärung der Bedeutung von oxidativem Stress bei Alzheimer-relevanten Pathomechanismen in seiner PostDoc-Zeit in San Diego und als Nachwuchsgruppenleiter am Max Planck-Institut für Psychiatrie in München hervor. Die Moosmann & Behl-Hypothese zum Nebenwirkungsprofil der Statine hat mittlerweile Einzug in die Lehrbücher der Biochemie gefunden. Die Beschreibung der BAG3-vermittelten selektiven Makroautophagie als intrazellulärer Abbauweg zur Degradation von Proteinaggregaten sieht er ebenfalls als besonders wichtig an.

Derzeit forscht sein Team an der Aufklärung der BAG3-vermittelten selektiven Makroautophagie, insbesondereihrer Regulation, und der Identifizierung und Charakterisierung weiterer Faktoren der Proteinhomöostase. „Das Ziel unserer Forschungsarbeiten ist es, die Mechanismen der Proteostase, v.a. der Autophagie, in der speziellen und diffizilen Architektur der Nervenzelle wirklich aufzuklären und damit zum Verständnis der Alzheimer- und weiterer neurodegenerativer Erkrankungen beizutragen“, erklärt Prof. Behl.

Christian Behl absolvierte sein Studium der Biologie von 1982 bis1988 an der Julius-Maximilans-Universität Würzburg und promovierte 1991 zum Dr. rer. nat. im Fach Neurobiologie. Nach einem PostDoc-Aufenthalt in San Diego, USA, wurde er Nachwuchsgruppenleiter am Max Planck-Institut für Psychiatrie in München und habilitierte 1999 an der Medizinischen Fakultät der LMU München. Seit 2002 leitet Prof. Behl den Lehrstuhl für Pathobiochemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Es braucht für einen Wissenschaftler immer unterschiedliche Stationen, um sein persönliches Profil zu entwickeln. Meine prägende Zeit habe ich jedoch am Max Planck-Institut für Psychiatrie in München mit Florian Holsboer als damaligem Direktor und Mentor verbracht

Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Preisgeld wurde in die Vernetzung der Forschungstätigkeiten investiert und das Netzwerk weiter ausgebaut. Der Preis erhöhte darüber hinaus die Aufmerksamkeit für seine Forschungsarbeit.