„Möchte mich bei allen Mitarbeitern bedanken“

Dezember 2018 Luippold zieht Bilanz

Die COMPETENCE FACTORY wurde vor circa eineinhalb Jahren in Betrieb genommen. Das hochmoderne Fertigungsgebäude ist gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung und Automatisierung in der Industrie Einzug gehalten haben. Für BINDER war die zwölf Millionen schwere Investition aber vor allem ein klares Bekenntnis an den ausschließlichen Produktionsstandort in Tuttlingen. Der Leiter der COMPETENCE FACTORY, Thomas Luippold, zieht im nachfolgenden Interview Bilanz.

 

Interview COMPETENCE FACTORY:

 

Herr Luippold, vor etwa eineinhalb Jahren wurde die COMPETENCE FACTORY (CF) Stück für Stück in Betrieb genommen. Wie lautet Ihr Fazit nach dieser Zeit?

Thomas Luippold: Wir haben die Produktion in der COMPETENCE FACTORY nach und nach hochgefahren. Insgesamt konnten wir in 2018 über 30 Prozent mehr Werksleistung erzielen als im Vorjahr. Darauf sind wir stolz. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, auf das man aufbauen kann. Auch der Umzug der Biegeanlage, die an das STOPA-Lager angeschlossen wurde, und der Schweißerei in die CF, stellten uns nach der Eröffnung nochmals zusätzlich vor eine große Herausforderung. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass wir das ganze Projekt, den Bau der CF und die Inbetriebnahme, in einem sportlichen Tempo umsetzen konnten und darüber freue ich mich sehr. Da haben wirklich alle mitgezogen, nur so konnte diese Herausforderung ohne wirklich große Probleme umgesetzt werden. Dafür möchte ich mich recht herzlich beim allen Mitarbeitern bedanken.

 

Gab es beim Bau der CF wirklich so gar keine Schwierigkeiten?

Luippold: Nicht wirklich. Das lag an unserer vorausschauenden Planung und dem erfahrenen Projektteam. Wir haben vom Großen zum Kleinen geplant, was bedeutet, dass wir erst einen großen Masterplan erstellt haben, den wir dann runtergebrochen haben. Für die kritischen Gewerke haben wir vorbeugend Gutachter ins Boot geholt. Gut war auch, dass wir vier Architektenbüros für eine Ausschreibung beauftragt hatten und uns dann für das Büro RSE in Kassel entschieden haben. Darüber hinaus haben wir alle Baufirmen selbst ausgewählt und beauftragt.

 

Sie konnten ja eine Optimierung der Prozesse erzielen. Können Sie da mal ein paar Zahlen nennen?

Luippold: In der CF sind aktuell ca. 45 Mitarbeiter beschäftigt. Drei bis vier Shuttle verlassen die CF täglich, um entweder Material in die LEAN FACTORY oder zu unserem Lackierer zu bringen. Und pro Jahr werden 2200 Tonnen Feinblech und Edelstahl verarbeitet. Das STOPA-Lager hat ungefähr 700 Lagerplätze und pro Tag erfolgen 100 bis 120 Bestückungen der Anlagen, die an das Lager angebunden sind.

 

Welches andere Gebäude hat Ihnen als Vorbild gedient?

Luippold: Wir haben einige andere Firmen besucht. Allerdings gibt es die CF nur einmal, kein anderes Gebäude ist wie das unsere. Die CF ist ein Unikat und perfekt auf BINDER zugeschnitten. Wir haben uns vom Stil und der Farbkomposition an das FEZ angelehnt. Das ist zum Beispiel an den langgezogenen Fenstern zu erkennen. Wir haben die maximale Breite des Geländes ausgenutzt und können das Gebäude modular und flexibel in alle Richtungen erweitern. Die Masterplanung umfasst eine Grundstücksfläche von 42 800 Quadratmetern. Die Höhe im Gebäude beträgt zwölf Meter.

 

Konnten Sie die geplanten Kosten einhalten?

Luippold: Ja, wir haben zwölf Millionen kalkuliert und das Projektbudget am  Ende eingehalten.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Luippold: Die Baugenehmigung für weitere circa 2.500 Quadratmeter liegt schon vor. Wir werden in naher Zukunft die CF um diese Produktionsfläche vergrößern. Außerdem wollen wir in 2019 das neue Layout für den Kesselbau und die Schäumerei festlegen. Beide Bereiche sollen in die Erweiterungsflächen der CF umziehen.

 

Hatten Sie in der Planungsphase oder Bauzeit  je das Gefühl, dass Sie es zeitlich nicht schaffen würden?

Luippold: Nein, eigentlich nie. Das ganze Projekt hat mir auch keine schlaflosen Nächte bereitet. Zum Glück! Als wir erst einmal begonnen hatten, gab es keinen Weg mehr zurück.

 

Mussten Sie lange überlegen, als Herr Binder Sie fragte, ob Sie das Projekt übernehmen würden?

Luippold: Um ehrlich zu sein nicht. Und wer Herrn Binder kennt, weiß, dass er auch nicht lange auf eine Antwort gewartet hätte. (Luippold lacht.)