Innovationspreis 2016

April 2016 BINDER Innovationspreis

Erforschung von Fehlern in der Eizelle

Dr. Melina Schuh wird mit dem BINDER Innovationspreis für ihre Forschungsarbeit über die Entwicklung befruchtungsfähiger Eizellen in Säugetieren ausgezeichnet.

 

Tuttlingen – Den diesjährigen BINDER Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) erhält Dr. Melina Schuh vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen für ihre zukunftsweisende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der organismischen Biologie über Meiose, also die Reifeteilung oder Reduktionsteilung von Keimzellen bei Säugetieren. Die Verleihung der mit 4000 Euro dotierten Auszeichnung fand im Rahmen des „International Meeting“ der DGZ am 14. März an der Ludwig-Maximilians-Universität in München statt. Der BINDER Innovationspreis wird seit 1998 jährlich von der DGZ für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der zellbiologischen Grundlagenforschung vergeben. Das Preisgeld wird von der BINDER GmbH, dem weltweit größten Spezialisten für Simulationsschränke für das wissenschaftliche und industrielle Labor, gestiftet.

 

Ursache für Fehlgeburt und Down-Syndrom

 

Dr. Melina Schuh und ihr Team erforschen, wie sich befruchtungsfähige Eizellen in Säugetieren entwickeln. Im fortpflanzungsfähigen Alter werden aus sogenannten Oozyten durch die Reduktionsteilung (Meiose) Eizellen mit einfachem Chromosomensatz gebildet. Fehler bei der Meiose sind die häufigste Ursache für Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit und einige angeborene Krankheiten wie das Down-Syndrom. Daher ist diese Thematik in der Grundlagenforschung medizinisch von großer Relevanz. Bislang ist in der Forschung über Details bei der Reifeteilung, insbesondere bei Säugetieren, wenig bekannt. Dr. Melina Schuh und ihr Team haben eine Methode entwickelt, die nun zum ersten Mal ermöglicht, die Ursachen der Fehler bei der Chromosomen-Trennung direkt in der lebenden menschlichen Eizelle zu studieren und zu erforschen, ob sich die Genauigkeit beim Trennungsprozess erhöhen lässt. Des Weiteren fand die Biochemikerin heraus, dass die Chromosomenarchitektur in Eizellen älterer Frauen häufig multiple Veränderungen vorweisen. Dies würde die vermehrte Anzahl von Fehlgeburten oder Kindern mit angeborenen Krankheiten bei älteren Frauen erklären.